Die Chronik des TuS Bierbaum 1953 e.V.

Die Gründung des TuS Bierbaum ist eng mit der Schule Bierbaum verbunden. Als nämlich in den 50er Jahren im Siedlungsgebiet Bierbaum eine Schule errichtet wurde, gab es dort, wohl hauptsächlich aus finanziellen Gründen, noch keine Turnhalle.

Die Bewilligung von Landesmitteln zum Bau einer solchen war jedoch von der größtmöglichen Nutzung der Halle auch außerhalb der Schulzeiten abhängig. Also machten sich der damalige Amtsdirektor sowie der Bürgermeister auf den Weg, die Bierbaumer Bürger für die „sportliche Idee“ zu begeistern. Mit diesem Anliegen waren sie bei den dortigen Anwohnern genau richtig. Die Möglichkeit, „Am Bierbaum“ eine eigene Halle nutzen zu können, wurde begeistert aufgenommen. Mit großem Engagement wurde eine Unterschriftensammlung zur Gründung eines Turnvereins ins Leben gerufen. In kurzer Zeit wurden 83 Unterschriften gesammelt und so fand am 16. Dezember 1953 die Gründungsversammlung in der Gaststätte Schröder an der Herscheider Landstraße statt. In alten Protokollen stößt man im Zusammenhang mit der Vereinsgründung immer wieder auf Namen wie Wilhelm Markes, Willi Trapp, Emil Ruckert, Werner Schöneborn und Werner Bucklar, um nur einige zu nennen.

Die Besonderheit der Anfangszeit war wohl hauptsächlich die Tatsache, dass die jeweiligen Schulleiter der Schule Bierbaum automatisch auch 1. Vorsitzender des Turnvereins wurden. Im Gründungsjahr war Wilhelm Markes Schulleiter am Bierbaum und folglich auch der erste 1. Vorsitzende des Vereins.

Der Anfang war also gemacht:
Aber aller Anfang ist schwer!

Und so erging es auch den wackeren Turnern vom Bierbaum. In den ersten Jahren gehörte eine große Portion Idealismus einfach mit dazu. Der Verein war zwar gegründet, aber viele Mitglieder wie z.B. Horst Rogel (zu späterer Zeit viele Jahre Oberturnwart) und Horst Baumgart (einer der ersten Vorturner) können sich noch gut an die beschwerliche Zeit der Anfangsjahre erinnern.

Auch wenn der Auslöser zur Gründung des Vereins der Bau der Turnhalle war, gab es diese 1953 noch nicht.

Geturnt wurde in der alten Exerzierhalle in Hellersen. Man freute sich darüber, überhaupt turnen zu können. Über Duschen grundsätzlich, oder gar Duschen mit warmem Wasser, zerbrach man sich damals mit Sicherheit nicht den Kopf. Man fuhr zur Verse oder zu einer der vielen anderen Talsperren und freute sich auf die nächste Turnstunde.

 

1955
konnte endlich die Turnhalle am Bierbaum genutzt werden. Während eines Festaktes fand die feierliche Weihe der Vereinsfahne statt, die bis heute ihren Ehrenplatz in den Vereinsräumen am Bierbaum hat.


1957
wurde während der Jahreshauptversammlung die erste offizielle Satzung geschrieben und der Beschluss gefasst, den Verein unter dem Namen TuS Bierbaum 1953 e.V. eintragen zu lassen.

Im Vereinsregister wurde als 1. Vorsitzender Willi Trapp eingetragen.

Die Jahreshauptversammlung (JHV) des Jahres 1957 beschloss erstmals, Vorturnerstunden einzurichten, die dann jeweils von 10 bis 12 Uhr an jedem 2. Sonntag in der neuen Halle abgehalten wurden.

Frauen- und Männerturnwarte wurden gewählt, die sich um die Belange der jeweiligen Turnriegen kümmerten. Zur Freude der Männerturnwarte war es zur damaligen Zeit durchaus üblich, dass die Herren zur Hilfestellung in den Damenriegen eingesetzt wurden.


1958
Der TuS nimmt erstmalig am Deutschen Turnfest teil, welches in München ausgetragen wurde.

In den folgenden Jahren wurde mit dem Aufbau der Kinder- und Jugendriegen begonnen. Turnen war das Zauberwort für den TuS Bierbaum. Bis Mitte der 70er Jahre wurden viele erfolgreiche Wettkämpfe im Geräteturnen und bei Kürmannschaftskämpfen absolviert. In Turnerkreisen war der TuS eine wohlbekannte Adresse. Zusätzlich zu den Wettkampfmannschaften gab es außerdem das Mutter- und Kindturnen sowie eine Jedermann-Riege.

Übungsleiter wurden ausgebildet und auch der jeweilige Oberturnwart nahm regelmäßig an den Lehrgängen des Westfälischen Turnerbundes in Oberwerries teil. In dieser, sehr turnaktiven Zeit entstanden viele Turnerfreundschaften auch zu anderen Vereinen. Eine starke Verbundenheit mit gemeinsamen Veranstaltungen und häufigen Besuchen und Gegeneinladungen entstand zu dem belgischen Verein „Flink en Fris“, der dann beispielsweise zur Feier des 30. Bestehens des Vereins nach Lüdenscheid eingeladen wurde.


1973
übernahm Hermann Schmerbeck von Karl Fries das Amt des 1. Vorsitzenden, womit erstmals ein Vorsitzender gewählt wurde, der nicht aus der Lehrerschaft der Schule Bierbaum kam, sondern von den Mitgliedern während der Jahreshauptversammlung (JHV) gewählt wurde. Zu seiner Amtsübernahme forderte der neue 1. Vorsitzende die Riegenführer auf, mehr als bisher an der Gestaltung der Feste teilzunehmen.

Daran kann man erkennen, wie sich die Zeiten (nicht) geändert haben.

In den folgenden Jahren entwickelte sich der Verein mehr und mehr zu einem Turn- und Sportverein. War der TuS bisher ein reiner Turnverein, bei dem das Geräteturnen im Vordergrund stand, hat man doch die Zeichen der Zeit erkannt. Nachwuchsprobleme, gerade für den turnerischen Bereich, führten dazu, neue Wege für den Verein suchen zu müssen. Zusätzliche Sportarten mussten gefunden werden. Dies war in der damaligen Zeit kein Bierbaum-typisches Problem, sondern betraf auch alle anderen Turnvereine.

Die erste Sportart, die zusätzlich zum Turnen in das Programm aufgenommen wurde, war das Tischtennisspielen. Nicht weiter verwunderlich, denn bereits im Protokoll der JHV von 1957 steht zu lesen:
Der Turnbruder Schöneborn gibt der Versammlung bekannt, dass dem Verein eine Tischtennisplatte zur Verfügung steht und donnerstags gespielt werden kann.

So beständig können fast 50 Jahre sein, denn dem Donnerstag sind über all die Jahre die Tischtennisspieler treu geblieben. Später kamen noch Volleyball und Badminton hinzu. Während die Volleyball-Mannschaft nach einigen Jahren leider wieder aufgelöst werden musste, sind die Badmintonspieler bis heute, auch auf Wettkampfebene, ein fester Bestandteil des Vereins geblieben.


1986
Gründung der Wandergruppe
Jeweils am 2. Sonntag im Monat wurde die heimische Umgebung erkundet. Wanderführer aus den eigenen Reihen (viele Jahre wurde dieses Amt von Horst Rogel und Ernst Schmidt gemeinsam ausgeübt) erarbeiteten Touren und mit viel Spaß und guter Laune bewegte man sich gemeinsam in der guten, sauerländischen Luft.


1989
Gerd Hammer übernimmt das Amt des 1. Vorsitzenden von Hermann Schmerbeck, der aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr zur Verfügung steht. Der Verein hat zu dieser Zeit bereits 423 Mitglieder.

Auch wenn das Turnen nicht mehr den Stellenwert der Anfangsjahre genoß, gab es im TuS immer noch die schon traditionelle Riege „Jungen- und Männerturnen“ in der Gau-Pokal-Liga. Hier wurden beachtliche Erfolge erzielt. Für die Ausrichtung dieser Wettbewerbe stand der TuS häufig zur Verfügung. Bei den Stadtmeisterschaften im Turnen stellte der TuS mehrfach den Sieger.

Durch die sprichwörtliche Sparsamkeit der „Bierbaumer“ war die finanzielle Situation als sehr gut zu bezeichnen. So verwundert es nicht, dass der Ruf nach eigenen Vereinsräumen immer lauter wurde.

Zudem gab es im Umfeld der Ortschaft Bierbaum keine Gastronomie mehr, die geeignet gewesen wäre, nach turnerischen Leistungen auch das gesellschaftliche Miteinander zu pflegen. Der 1. Vorsitzende setzte sich engagiert für seinen Verein bei der Stadt Lüdenscheid ein. Aber letztlich war zunächst keine Lösung des Problems in Sicht. In ersten Gesprächen wurde zwar eine Überprüfung des Gedankens zugesagt aber geeignete Räumlichkeiten ließen sich nicht so leicht finden.


1993
Abriss der alten Turnhalle. Es gab ein sehr gelungenes Abschiedsfest. Viele Erinnerungen der letzten Jahre wurden untereinander ausgetauscht und auch bildlich dargestellt. Abschiednehmen ist nicht nur schön, aber es blieb ja die Freude auf eine neue, moderne Halle. Diese wurde dann im gleichen Jahr anlässlich der Feierlichkeiten zum 40jährigen Bestehen des Vereins einweiht. Weil nun ja auch mehr Platz zur Verfügung stand, wurden zwei neue Riegen gegründet. Die Badminton-Riege nahm den Betrieb in diesem Jahr auf und die Riege Rückenschule wurde ebenfalls in diesem Jahr gegründet.


1996
Gründung der Jugendvertretung (Jugendausschuss)
Der hohe Anteil jugendlicher Mitglieder brachte es mit sich, dass diese jungen Erwachsenen nicht länger durch einen Jugendwart ohne Stimmrecht vertreten werden wollten. Zur JHV 1995 wurde bereits der Antrag auf Satzungsänderung gestellt. Diese wurde durchgeführt und so sind die „Jugendlichen“ mit einem eigenen Vorstand inzwischen über lange Zeit erfolgreich für sich selbst verantwortlich.

Das Vorhaben, eigene Räumlichkeiten zu schaffen, hatte man natürlich noch nicht aufgegeben. Weitere Gespräche mit dem Schulamt und der Stadt wurden durchgeführt und schließlich stand auch ein städtisches Grundstück im Bremecketal zur Verfügung. Begeistert wurde vor allem vom 1 Vorsitzenden an der Umsetzung des Planes gearbeitet. Gerd Hammer ließ die ersten Bauzeichnungen erstellen und viele Gespräche zwischen der Stadt Lüdenscheid und dem Vorstand des Vereins schlossen sich an.


2000
Bernd Voßeler übernimmt die Nachfolge von Gerd Hammer, dessen gesundheitlicher Zustand einen Vorsitz des Vereis leider nicht zulässt. Die Mitgliederzahl ist inzwischen auf 712 Sportlerinnen und Sportler angestiegen.

Im Sportjahr 2000/2001 wurden dem Verein für besonders qualifizierte Übungsleiter die Zertifikate „Sport pro Gesundheit“ sowie „Pluspunkt Gesundheit“ verliehen. Diese Auszeichnungen zeigen, dass der Verein mit der Zeit ging, nun war es möglich auch gesundheitsorientierte Kurse anzubieten.

An der Verwirklichung des Bauvorhabens wurde natürlich auch weiter gearbeitet. Ein Ortstermin zur Besichtigung des Baugeländes im Bremecketal wurde während der JHV 2000 beschlossen. Organisatorische Schwierigkeiten, die sich hauptsächlich aus der Lage des Neubaugebietes ergaben, führten dann aber doch zum Scheitern dieses Projektes. Wieder wurden Verhandlungen mit den zuständigen Gremien der Stadt Lüdenscheid aufgenommen und es ergab sich die Möglichkeit, eigene Räume durch einen Anbau an die Turnhalle zu schaffen.

Dieser neue Vorschlag wurde nun aufgenommen und die Errichtung des „Vereinsheimes“ in Angriff genommen. Für Gerd Hammer, den Bauplaner der ersten Stunde, kam dies jedoch leider zu spät. Er erlag am 23.11.2000 seiner schweren Krankheit und konnte die Verwirklichung seines Traumes nicht mehr mit erleben.


2001
Alt und Jung
Gründung der Senioren-Riege
Sportler bleiben länger fit und gesund. Die Anregung kam aus den eigenen Reihen und so wurde 2001 eine Riege für „junggebliebene Alte“ gegründet. Sportlerinnen und Sportler über 60 Jahre finden sich hier zusammen, um sich körperlich fit zu halten und bei Sport und Spiel gesellig zusammen zu sein.

Gründung der Tanzgruppe
Bewegungsfreudige Jugendliche fanden sich zu einer Tanzgruppe zusammen. Mit Begeisterung studierte man den ersten Tanz ein, schneiderte Kostüme und überraschte den Verein mit einer ersten Vorführung. Inzwischen ist diese Truppe ein fester Bestandteil des Vereins. Das Angebot ist breit gefächert und wird begeistert auch außerhalb des Vereins angenommen.


2002
Außerordentliche Mitgliederversammlung zur Beschlussfassung des Bauvorhabens „Anbau“.

Am 13.01.2002 traf man sich in Hellersen, um mit Vertretern der Stadt gemeinsam über das Bauvorhabens zu diskutieren. Nach Abwägung von Für und Wider kam es zur Abstimmung und der Bau wurde mehrheitlich beschlossen. Bereits am 15.07.2002 erfolgte der erste Spatenstich. Es gab viel zu tun und viele fleißige Hände trugen zum guten Gelingen bei. Eigenleistungen in hohem Ausmaß wurden während der Wintermonate erbracht. Ohne die tatkräftige Mithilfe der Vereinsmitglieder wäre es sicher auch nicht gelungen, in so kurzer Zeit fertig zu werden.


2003
Einweihung!
Endlich war es so weit. Die Arbeit des letzten Halbjahres hatte sich wirklich gelohnt.

Seit dem ersten Spatenstich waren 8 Monate vergangen und nun stand der Bau; der TuS hatte endlich ein eigenes Dach über dem Kopf. Die Übergabe erfolgte im Namen der Stadt durch Bürgermeister „Kalli“ Schmidt.

Die Finanzierung erfolgte jedoch ausschließlich aus vereinseigenen Mitteln. Die Einweihungsfeier war ein gelungenes Fest mit vielen Gästen.

Trotz der auf den Bau ausgerichteten Aktivitäten wurde 2003 erstmals eine Laufgruppe für Joggen und Walken als Kurs angeboten, die sehr starken Anklang fand.

Die Tanzgruppe bekam endlich einen Namen. Als „MarTiniS“ werden sie fortan hoffentlich noch auf vielen Veranstaltungen für tosenden Beifall sorgen.

 

2009

Carsten Brinkmann übernimmt von Bernd Voßeler das Amt des 1. Vorsitzenden.

 

2010

Das Badmintonteam steigt erstmals in die Bezirksklasse auf.


Mit der koreanischen Kampfsport-Art "Hapkido" erweitert der TuS sein Sportangebot.

 

2011

Der Latein-Amerikanische Fitnesstrend hält Einzug beim TuS Bierbaum. Zumba wird neues Angebot unseres Vereins.

 

Florian Gallant wird NRW-Landesmeister im Hapkido in der Kategorie Technik - Selbstverteidigung.

 

2012

 

Volleyball kehrt nach fast 20 Jahren als Sportart zum TuS Bierbaum zurück.

 

Die Badmintonabteilung bildet für die Saison 2012/2013 eine Spielgemeinschaft mit der TSG Wehberg und startet als BG Bierbaum-Wehberg in ihre 17. Saison.

 

Leider muss das Angebot Hapkido wieder aufgegeben werden, da unsere Übungsleiterin Meike Betzler sich beruflich nach Süddeutschland verändert.

 

Mit einem Angebot für Kinder erweitert unser Verein sein Angebot. Mit Kindertanzen ab 3 Jahren ergänzt der TuS sein Angebot.

 

2013

 

Der TuS Bierbaum bringt einen weiteren Zumba-Kurs ins Programm. Am Freitag kann jetzt auch am Bierbaum südamerikanisches Workout betrieben werden.

 

Zudem startet am Samstag ein allgemeines Konditionstraining mit wechselnden Übungsleiterinnen.

 

Die Badmintonabteilung erreicht mit dem dritten Tabellenplatz in der Bezirksklasse das beste Abschneiden Bierbaumer-Badmintonakteure seit dem Eintritt in den Ligabetrieb 1996.